UweZwilling Praxis für Psychotherapie

Zwangsstörungen

Was sind Zwangsstörungen

Handeln gegen den eigenen Willen

Bei einer Zwangserkrankung handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die vor allem durch wiederkehrende unerwünschte Gedanken, die als fremd und nicht zur eigenen Person passend erlebt werden, und zwanghafte Gedanken oder Handlungen, die als Reaktion auf die unerwünschten Gedanken gedacht oder ausgeführt werden, charakterisiert ist.
Es gibt verschiedene Formen von Zwangserkrankungen, die sich durch den Inhalt der immer wiederkehrenden unerwünschten Gedanken unterscheiden. Es gibt zum Beispiel Kontrollzwänge.

Die meisten kennen die Sorge etwas vergessen zu haben, zum Beispiel kann kurz vor dem Verlassen der Wohnung der Gedanke aufkommen, dass der Herd oder die Kaffeemaschine nicht richtig ausgeschalten sind. Von Zeit zu Zeit kann es sinnvoll sein, etwas doppelt zu kontrollieren. Wenn der Wunsch nach Kontrolle und Sicherheit jedoch so stark wird, dass zum Beispiel vor jedem Verlassen der Wohnung der Herd mehrfach kontrolliert werden muss, kann dies zum Problem werden.
Es kann auch zu aggressiven und sexuellen Zwangsgedanken kommen. Wichtig zu wissen ist, dass Betroffene diese Zwangsgedanken, wie zum Beispiel „Ich könnte jemandem etwas antun.“, niemals ausleben.

Gerade weil der Betroffene den unerwünschten Gedanken als besonders unangenehm wahrnimmt, er ihm vielleicht auch Angst bereitet, achtet der Betroffene sehr auf diese Art von Gedanken, in dem Wunsch ein Unglück zu verhindern. Dadurch kommt der Gedanke immer häufiger auf. In Reaktion auf diese Gedanken vollziehen Betroffene immer öfter gedankliche oder aktive Neutralisierungshandlungen. Diese Handlungen dienen dazu den unerwünschten Gedanken zu „neutralisieren“. Im Falle des Beispiels mit dem Herd würde der Gedanke „Habe ich den Herd ausgemacht?“ durch wiederholte Kontrolle des Herdes neutralisiert werden.
Der aggressive Zwangsgedanke „Ich könnte jemandem etwas antun.“ könnte zum Beispiel durch den vielfach wiederholten Gedanken „Ich bin ein guter Mensch, ich tue niemandem etwas.“ neutralisiert werden.
Solche Zwänge können Ausmaße annehmen, die dazu führen, dass die Zwänge das gesamte Leben bestimmen. So kann ein unerwünschter Gedanke sehr häufig aufkommen und der Betroffene dann Stunden des Tages damit beschäftigt sein, Neutralisierungsgedanken oder Neutralisierungshandlungen zu denken bzw. auszuführen. Dies kann soweit gehen, dass eine Teilnahme am normalen Alltagsleben nicht mehr möglich ist.